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Bernd Ulrich / Benjamin Ziemann (Hg.), Frontalltag
im Ersten Weltkrieg. Klartext Verlag, Essen 2008. |
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Das Ereignis tiefer ins
Geschichtsbewusstsein der Deutschen einzuprägen, es als "große
furchtbare Katastrophe dieses [d. h. des 20.] Jahrhunderts" (Kennan) in
die Weltgeschichte einzuordnen und Zusammenhänge verstehbar zu machen -
das ist das Bemühen der historischen Forschung über den Weltkrieg von
1914/18. Das Textquellenstudium gehört dabei zu den wichtigsten Methoden nicht nur der Historiker. Mit der Veröffentlichung dieses Quellenbandes mit mehr als 200 Dokumenten u. a. aus den Beständen des Bundesarchivs (Berlin-Lichterfelde und Militärarchiv Freiburg i. Br.), dem Bayerischen Hauptstaatsarchiv München, dem Staatsarchiv Hamburg sowie dem Hauptstaatsarchiv Stuttgart leisten die Herausgeber einen wichtigen Beitrag zur Erforschung der Geschichte des Weltkriegs. Neben offiziellen militärischen Dokumenten enthält der Band auch Auszüge aus zeitgenössischen Romanen, Zeitungs- und Zeitschriftenartikel sowie Auszüge aus Feldpostbriefen und Kriegstagebüchern, die sich in Privatbesitz befinden. Ergänzend sind 13 Abbildungen (Fotos, Karikaturen, Gemälde, Flugblätter) abgedruckt, die als zusätzliche Medien den Verwendungsrahmen des Bandes erweitern. Mit Verwunderung liest man jedoch den
Klappentext, in dem es heißt, dass es sich bei den abgedruckten Quellen um
"weitgehend unbekannte Dokumente" handeln würde. Das ist so nicht ganz
richtig, da die Herausgeber diese Texte und die meisten Abbildungen bereits 1994 unter dem Titel
"Frontalltag im Ersten Weltkrieg. Wahn und Wirklichkeit. Quellen und
Dokumente" veröffentlichten. Sicherlich wird man ihnen daraus
keinen Strick drehen wollen. Die damalige Ausgabe (die übrigen nur 19,90
DM kostete!) ist längst vergriffen und nur noch antiquarisch zu
bekommen, aber strenggenommen handelt es sich um eine Neuauflage. Die
Einleitung und die Literaturhinweise sind entsprechend mit Hinweisen auf
neuere Publikationen aktualisiert worden, die Bildauswahl leicht
modifiziert. Die nunmehr anlässlich des neunzigsten Jahrestages des Kriegsendes (2008, S. 11 - vielleicht ein besserer Gedenkanlass?) erschienene Neuauflage bleibt dennoch ein wichtiger Beitrag und eine hervorragende Möglichkeit sich mit dem Thema auseinander zu setzen. Die in fünf Kapiteln unter den Stichworten Kriegsbeginn, Kriegswirklichkeit, Missstände, Verweigerungen und Das Ende zusammengefassten Quellen werden durch knappe Darstellungstexte der Herausgeber ergänzt. |
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Inhaltlich im Rahmen einer pazifistisch orientierten Geschichtsdidaktik (Erziehung für den Frieden, siehe auch: Reich / Weber (Hg.), Unterricht im Dienste des Friedens) am interessantesten ist aus meiner Sicht das Kapitel Verweigerungen. Für den problemorientierten Geschichtsunterricht ergeben sich interessante Fragekomplexe wie z. B.:
Die Herausgeber weisen ja ausdrücklich darauf hin, dass sich dieses historische Lesebuch auch für den Einsatz im Schulunterricht eignet und hierin ist ihnen im Prinzip durchaus zuzustimmen. Aufgrund ihrer Kürze und Prägnanz eignen sich viele Dokumente durchaus zur Einübung und Vertiefung der Textquellenanalyse im Geschichtsunterricht. Die didaktische Strukturierung und Aufbereitung des Materials muss allerdings noch durch den Lehrenden vorgenommen werden. Maik Hager Links
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